Goo Systems
*Hinweis: Die Aufnahmen sind Scans von original Fotos. Um einen realistischen Eindruck wiederzugeben, wurde allerdings mit Doppelbelichtung zunächst die Umgebung ohne Projektion fotografiert und anschliessend in kompletter Dunkelheit die Projektion. Ansonsten hätte die Raumausleuchtung die Projektion unrealistisch verfälscht.
Gandalf auf mit Screen Goo Digital Grey (Digitalprojektion Grau) hergestellter individueller Leinwand.*
Die Seahorse Bar im berühmten Caesar's Palace in Las Vegas projeziert virtuelle Aquarien auf mit Screen Goo Rückprojektionsfarbe beschichtetes Glas.
Super Kontrast und exzellente Farbtreue auf einer Leinwand im Heimkino Studio.*
Informationen zu Screen Goo
Antworten von Ken Hotte, Goo Systems Technischer Direktor und Leiter von Forschung und Entwicklung
Was ist Screen Goo?
Screen Goo Produkte sind speziell formulierte und farbtreu reflektierende Beschichtungen in flüssiger Form. Sie sind auf höchstmögliche Leistungscharakteristika für jede Anforderung im digitalen Projektionsbereich abgestimmt.
Wer benutzt es?
Screen Goo Produkte werden in den unterschiedlichsten Bereichen zur Herstellung von Projektionsflächen verwandt. Von Heimwerkern und Fachfirmen die Heimkinos installieren, bis hin zu gewerblichen Nutzern, z.B. in der Veranstaltungstechnik, dem Messebau, der Werbung, in Theatern und Kinos, sowie für einige industrielle Aufgaben.
Ist die Anwendung für jedermann möglich?
Aufgrund der Applikationsfähigkeit durch Rollen oder Spritzen können Laien, genauso wie fachlich versierte Handwerker, enorm hochwertige Flächen selbst herstellen.
Wie teuer wird eine Spitzenleinwand mit Screen Goo?
Die Kosten für eine Spitzenleinwand betragen im Idealfall nur den vergleichsweise geringen Preis für Screen Goo Spezialfarbe, sofern vorhandene Wandflächen genutzt werden. Bei aufwändigeren Installationen kommen Kosten für Bildschirmbegrenzung, möglicherweise sogar motorisierte Lösungen zur variablen Begrenzung des Bildseitenverhältnisses, noch hinzu. Unter Verwendung anderer Substrate oder mit Rahmenlösungen lassen sich die ausgefallensten Ideen mit einfachen Mitteln realisieren.
Welches Produkt für welchen Projektor?
Auf diese scheinbar einfache Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Im Idealfall ist die Leinwand exakt mit den jeweils vorhandenen Bedingungen und Anforderungen auf die Spezifikationen des Projektors abgestimmt. Um Ihnen die Auswahl zu erleichtern, haben wir die Screen Goo Produkthilfe auf dieser Website eingerichtet. Nach möglichst genauer Beantwortung aller Fragen wird Ihnen das für Ihre Anwendung am besten geeignete Produkt berechnet und vorgeschlagen.
Ganz generell ist Screen Goo Digital Grey - Digitalprojektion Grau - für kleinere Projektionsflächen, relativ lichtstarke Projektoren (oberhalb von 800 Lumen), und perfekt abgedunkelte Räume am besten geeignet. Der Schwarzwert und Kontrast werden hierdurch erheblich verbessert. Die zwei helleren Screen Goo Farbtöne sind für lichtschwächere Projektoren und größere Flächen besser geeignet. Für Röhrenprojektoren kommt nur die weiße Variante in Frage. Ein erfahrener Heimkino Installateur kann mit individuellen Mischungen oder Grundierungen in abweichenden Farbtönen experimentieren und somit durch seine Erfahrung und diese besondere Dienstleistung einen noch höheren Verkaufswert erzielen. Der weit verbreitete neue DLP Projektor Infocus Screen Play 4800 hat zum Beispiel bei mittleren Projektionsgrößen unter Verwendung von grauer Grundierung und hellgrauem Überzug besonders gute Resultate gezeigt.
Welche Farbmenge benötige ich für meine Fläche?
Die Grundierung und die Überzugsschicht sind aufeinander abgestimmt. Beides ist notwendig, damit die Leinwand richtig funktioniert. Natürlich kann der Verbrauch, je nach Untergrund und Applikationsmethode, leicht unterschiedlich ausfallen. Er liegt jedoch bei 4 bis 6 Quadratmetern pro Liter Farbe (bei zweimaligem Auftrag), ausgehend von geeigneten Bedingungen und auf gering saugendem Untergrund. Bei der Herstellung von bestmöglichen Hochleistungs-Projektionsflächen empfehlen wir die vorherige Anwendung von Lackspachtel. Wenn der zu bearbeitende Untergrund stark saugend oder aus unterschiedlichem Material besteht, sollte die Fläche zunächst mit normalem Tiefengrund behandelt werden. Ist der Untergrund sehr bunt oder variiert im Farbton, empfehlen wir zunächst eine dünne Grundierung mit einem beliebigen weissen Acryllack, den Sie gründlich trocknen lassen und leicht anschleifen sollten, bevor die Arbeiten mit Screen Goo beginnen. Grundsätzlich verbessert ein perfekt glatter Anstrich die Reflektionsdichte (Gain Faktor). Andererseits wird durch eine leichte Struktur ein weiteres Sichtfeld erreicht, was bei ungünstigen Betrachtungswinkeln erwünscht sein kann.
Anwendungshinweise:
Die Applikation mit einer Lackrolle ist ein wenig trickreicher, als wir es von einem Anstrich mit normaler Wandfarbe gewöhnt sind. Es sollten daher einige Anwendungshinweise beachtet werden, um zu einem perfekten Ergebnis zu gelangen.
Da eine Projektionsfläche im Heimkinobereich über viele Jahre hinweg relativ intensiv und über mehrere Stunden lang betrachtet wird, lohnt sich hier die besondere Mühe. Das Ziel sollte sein, möglichst dünne und gleichmäßige Schichten aufzutragen. Eine perfekt glatte Oberfläche erhöht die Reflektionsdichte (Gain Faktor). Screen Goo ist so formuliert, daß gute Werte auch außerhalb des direkten Achswinkels erreicht werde. Nur in seltenen Einzelfällen, z.B. bei besonders ungünstigem Blickwinkel, ist eine leichte Struktur vorzuziehen, die dann am besten mit einem dichten Stoffgewebe als Untergrund erreicht wird.
Wenn die Farbe mit einem Lackroller aufgetragen wird, schüttet man die vorraussichtliche Menge Farbe in die Farbwanne, tupft zunächst eine Ecke in die Farbe, rollt einmal leicht auf der Abrollfläche, tupft dann die andere Ecke und rollt nochmals leicht ab. Es sollte sich nun genug Farbe auf dem Roller befinden, um mindestens zwei vertikale Bahnen dünn und gleichmäßig auftragen zu können. Bei großen Flächen über ca. 1,60 Meter Höhe ist die Zugabe von Trocknungsverlangsamer hilfreich. Die einzelnen Bahnen verbinden sich dann noch besser, allerdings verlängert sich die Wartezeit zwischen den einzelnen Aufträgen um ein vielfaches, meist um etwa 3 bis 6 Stunden.

Man beginnt nun mit den ersten zwei sich leicht überlappenden Bahnen von oben nach unten. Wenn möglich, setzt man den Roller bereits ein Stück oberhalb der zu streichenden Projektionsfläche an und nimmt ihn erst wieder unterhalb der Projektionsfläche von der Wand, um Ansatz- und Hebespuren zu vermeiden. Drücken Sie nicht zu fest und rollen Sie eher zu langsam als zu schnell. Anschließend betupft man den Roller wie oben beschrieben wieder mit Farbe, und rollt die nächsten zwei Bahnen, jeweils leicht überlappend und immer von oben nach unten. Dann geht man sofort erneut mit dem Roller mit sehr wenig Farbe und wenig Druck über die ersten zwei Bahnen. Bei diesem Verrollen ist darauf zu achten, daß das offene Ende des Rollers in Richtung der bereits fertigen Fläche zeigt, da auf dieser Seite der Andruck geringer ist, und ein leichtes Ausfransen einen besseren Übergang schafft. Dann nimmt man wieder Farbe auf, rollt zwei neue Bahnen und verrollt die zwei vorhergehenden. Und so geht es immer weiter, bis man die Fläche beendet hat. Es ist darauf zu achten, daß ein Verrollen innerhalb von 2 bis 3 Minuten nach dem ersten Auftragen der entsprechenden Bahnen geschieht. Auf keinen Fall darf nach dieser Zeit die Fläche nochmals verrollt werden, es entstehen sonst ungewollte Strukturen. Wenn Stellen aus Versehen übersehen wurden, ist es besser die Fläche zunächst komplett trocknen zu lassen, um sie dann in einem zweiten Durchgang mit einer weiteren Grundierungsschicht komplett zu streichen. Das seitliche Auleuchten mit einer starken Lampe hilft dabei, noch flüssige Bahnen zu erkennen, auch wenn sie im gleichen Farbton sind. Wenn Sie nach der Trocknung dennoch feststellen, dass ungewollte Strukturen entstanden sind, können Sie mit einer Blumenspritze einen feinen Wassernebel aufsprühen und mit dem feinsten Schleifpapier, was Sie finden können, die Fläche etwas aufrauen und z.B. mit einem Stück Kork glätten. Für ein perfektes Ergebnis sollten Sie dann allerdings vor dem Endüberzug erneut grundieren.
Nachdem die Grundierungsschicht nach mindestens zwei Stunden gleichmäßig getrocknet ist, trägt man zwei Schichten Überzug - Screen Goo Topcoat - genauso wie oben beschrieben auf. Wenn Sie diesen Anleitungen folgen, werden Ihnen die spektakulären Reflektionswerte Ihrer selbstgemachten Hochleistungs-Projektionsfläche viele Jahre Freude bereiten. Viel Vergnügen!
Reifezeit von Acryllack:
Ihre Leinwand kann unmittelbar nach der Applikation benutzt werden und liefert schon am ersten Tag beste Ergebnisse. Dieser spezielle Acryllack hat jedoch eine Reifezeit von etwa 6 Wochen, innerhalb der sich die Eigenschaften stetig verbessern und sich die transparenten Bestandteile noch weiter klären.
Sprühen von Screen Goo:
Mit dem Sprühen von Screen Goo unter Verwendung von Druckluft kann das hochwertigste Ergebnis erreicht werden, allerdings erfordert diese Methode ein wenig vorherige Übung, geeignete Geräte, sowie den entsprechenden Atemschutz. Es sollte anhand der Bedienungsanleitung der vorhandenen Geräte zunächst mit billiger Acrylfarbe aus dem Supermarkt auf irgend einem Testsubstrat die richtige Technik geübt werden. Als Verdünnung ist für Screen Goo ausschließlich Wasser zugelassen. Benutzen Sie niemals die gleichlautende Chemikalie, die in Wahrheit Lösungsmittel ist! Der häufigste Anfangsfehler ist es Fehlstellen beheben zu wollen indem man erneut zu dieser Stelle zurückkehrt. Dies führt fast immer zu Tropfenbildung durch zu viel Farbauftrag. Ziel ist es vielmehr, den möglichst dünnen und gleichmäßigen, dabei möglichst deckenden, Auftrag zu üben. Die Betonung liegt hier auf gleichmäßig, denn eine zu wenig deckende Schicht kann korrigiert werden, während das Sprühen von zuviel Farbe viel ernstere Konsequenzen hat. Wenn man einmal einen Rhythmus heraus hat, sollten diese Bewegungen dann beim Arbeiten mit Screen Goo konsequent beibehalten werden. Fehlstellen werden dann erst nach dem Trocknen in einem zweiten Durchgang korrigiert.